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Implementation eines Jugendhilfemanagements

Die besondere Qualität des SGB VIII (Kinder- und Jugendhilferecht) liegt in dessen Bedarfsorientierung der Angebote im Rahmen einer Jugendhilfeplanung und der im Gesetz verankerten partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen freiem und öffentlichem Träger.


Fachliche Standards

Das zweigliedrige Jugendamt hat sicherzustellen, daß die Umsetzung der Hilfen nach dem SGB VIII folgenden Anforderungen gerecht werden:
  • Angebotsvielfalt
  • Auswahlprinzip der Betroffenen
  • Stärkung der Selbsthilfe
  • Bedarfs- und Ergebnisorientierung sozialer Hilfestrategien
  • bedarfs- und ergebnisorientierte Überprüfung der Hilfeleistung.

Die Instrumente sozialer Arbeit müssen in ihrem Verhältnis zu den erzielten Ergebnissen bewertet werden. Soziale Arbeit hat zu überprüfen, ob ihre Angebote tatsächlich geeignet sind, das Hilfeziel zu erreichen.

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Leitfragen
  • Nutzt das Angebot dem Hilfesuchenden?
  • Entspricht das Angebot dem tatsächlichen Bedarf?
  • Wird der Hilfezweck mit dem geringstmöglichen Aufwand erreicht?
  • Ist die Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern berücksichtigt?
  • Reflektiert das Hilfeangebot die subsidiäre Rangreihe: Stärken – Ergänzen – Ersetzen?
  • Bietet die Hilfe ausreichende Ansätze zu einer Beteiligung und Partizipation der Betroffenen?

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Prävention und maßgeschneiderte Angebote

Es muß das Ziel der Bemühungen sein, spezifische Strategien der Kinder- und Jugendhilfe zu entwickeln und deren Umsetzung zu fördern, damit auch die jungen Menschen in sozial benachteiligten Sozialräumen maßgeschneiderte Hilfen und Unterstützung angeboten bekommen. Sie werden von den traditionellen staatlichen und privaten Angeboten oft nicht mehr oder zu spät erreicht.

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Einrichtung eines Jugendhilfemanagements

In Anlehnung an das von der sozialen Stadterneuerung entwickelte Modell des Stadt-teil-/Quartiersmanagements schlägt die Stiftung SPI ein Jugendhilfemanagement vor, welches nach Vorgaben des Jugendamtes die Schnittstelle kommunaler Jugendpolitik zwischen den Handlungsfeldern Wohnungswesen, Wohnungsbauförderung, Verkehr, Arbeits- und Ausbildungsförderung, Sicherheit, Umwelt und Kultur im Sinne der Festigung und Formulierung der Positionen der Familien, der Kinder- und Jugendhilfe sicherstellt und so die Ressourcenergänzungen aus den benachbarten Fachbereichen für die Jugendpolitik nutzbar macht.

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Qualitätsmanagement

Wesentliche Partner eines solchen Jugendhilfemanagements sind neben der Verwaltung des Jugendamtes und des Jugendhilfeausschusses die lokal tätigen freien Träger der Kinder- und Jugendhilfe. Auftrag des Jugendhilfemanagements ist die Stärkung der Jugendhilfe durch Vernetzung und durch Qualitätsmanagementangebote an die freien Träger. Ihre Stellung als lokaler Akteur und Anwalt der Rechte von Kindern und Jugendlichen soll gestärkt werden.

Aufgabe eines solchen Jugendhilfemanagements wäre es, auf lokaler Ebene Aktionsbündnisse und Netzwerke zu organisieren, die sich unter den Jugendhilfestandards (wie Prävention, Dezentralisierung und Regionalisierung, Alltagsorientierung, Ganzheitlichkeit, Integration und Normalisierung, geschlechtsspezifische Lebenslagen, Partizipation, Lebensweltorientierung) eigene qualitative Standards erarbeiten. Stichpunkte dieser neuen Qualität können sein:
  • vom Hilfeplan zum Hilfevertrag
  • Transparenz und Erfolgskontrolle
  • Was passiert nach dem Hilfeangebot?
  • trägerübergreifende Koordinations- und Kooperationsstruktur

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Qualitätssicherung

Qualitätssteigerung im Bereich der ambulanten Hilfen zur Erziehung macht es erforderlich, daß die beteiligten freien Träger und Fachkräfte auf der konzeptionellen Ebene innovative Methoden, Verfahren und Instrumente zur Zielerreichung entwickeln. Im Sinne der angestrebten Vernetzung der regionalen Integrationsangebote wird es hier insbesondere um die Entwicklung innovativer Integrations-, Beratungs- und Qualifizierungsmodelle gehen sowie um die Entwicklung bisher noch nicht erprobter Kooperation und Koordination bei der praktischen Umsetzung.

Hierzu gehören u.a. die Akquisition neuer Ausbildungs- und Arbeitsplätze, die Erstellung individueller Kompetenz- und Entwicklungsprofile der benachteiligten Jugendlichen, die Umsetzung zielgruppenangemessener Formen der Beratung und Qualifizierung sowie die gezielte Vermittlung der jungen Menschen in das vorhandene System der Unterstützung und die Förderung der Zusammenarbeit aller beteiligten Handlungsfelder.

Hier sind in einem ersten Schritt gemeinsam mit den Mitarbeiter/inne/n der freien Träger zu folgenden drei Schwerpunkten Qualifizierungsbedarfe zu ermitteln.

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Qualifizierung der Gestaltung der Hilfepläne
  • Assessments zur Biographie
  • Akquisition von und Vermittlung in Ausbildungs- und Arbeitsstellen (z.B. mit Methode Maatwerk, lokale Ausbildungsverbünde, Leitbetrieb mit Partnerbetrieb, ehrenamtliche Patenschaften)
  • Fallführung und Begleitung (Casemanagement)
  • Contracting

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Qualifizierung im Bereich der Vernetzung
  • Who is who der Handlungs- und Politikfelder (gesetzliche, fachliche und organisatorische Grundlagen)
  • Gestaltung und Modernisierung von Vernetzung und Kooperation
  • Gewinnung und Unterstützung ehrenamtlichen Engagements
  • Qualifizierung in sekundären Leistungsbereichen:
    Gesprächsführung
    Konfliktmoderation
    Präsentation
    Öffentlichkeitsarbeit

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Bestehende Strukturen nutzen: Arbeitsgemeinschaft nach §78 SGB VIII

Die Stiftung SPI geht in Übereinstimmung mit den Programmzielen der "Sozialen Stadt" davon aus, daß auch ein solches Jugendhilfemanagement wie das Steuerungsinstrument "Quartiers-/Stadtteilmanagement" extern, also außerhalb der Gebietskörperschaft beauftragt werden sollte. Zur Implementation des Jugendhilfemanagements, eines externen Jugendhilfemanagements, bietet sich hier insbesondere die lokale Errichtung einer Arbeitsgemeinschaft nach § 78 SGB VIII (Kinder- und Jugendhilferecht) an, in dem alle lokalen Akteure und die Verwaltung vertreten sind und sich die Aufgaben geben, ein solches Jugendhilfemanagement und die Aufgabe der Verzahnung mit dem Sozialraummanagement des Programms "Die Soziale Stadt" zu unterstützen und zu begleiten. Die Ergebnisse der Arbeitsgemeinschaften nach § 78 sind Grundlage der Beratungen der Jugendhilfeausschüsse.


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Stand:18.9.2000
Start
Stand:18.9.2000
Stand:18.9.2000
Übersicht über die beteiligten Institutionen, Träger und Gruppen

Bundesmodell-
programm Freiwilliges Soziales Trainingsjahr
FSTJ

Interkulturelles Netzwerk der Jugendsozialarbeit im Sozialraum

Die wissenschaftliche Begleitung des Projekts E&C liegt beim Deutschen Jugendinstitut (DJI)

E&C ist Partnerprogramm der Sozialen Stadt

Mehr Informationen zum Programm E&C unter "Schwerpunkte" auf den Internetseiten des BMFSFJ
Bundesagentur für Arbeit
Programmbeschreibung E&C Kurzfassung zum Download
Stand: August 2000

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